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Emmanuel Meeting - Extra

31.07.-01.08.2019

Barmherzigkeit und Macht – Geben, bis es wehtut

Vortrag von Doraja Eberle am 5. August 2016

Zu einem behutsamen Umgang mit der Macht, die immer auch die Verantwortung für den Nächsten miteinschließt, hat die österreichische Politikerin und Initiatorin von „Bauern helfen Bauern“, Doraja Eberle (links auf dem Foto), beim Forum Altötting aufgerufen. Macht dürfe nie ausgeübt werden ohne Verantwortung für den anderen. Nie, ohne ihn aus dem Blick zu nehmen. Die Politikerin, bis 2010 Landrätin in Salzburg und heute für die Flüchtlingshilfe tätig, rief zu mehr Solidarität im Umgang miteinander auf. Oft habe sie sich als vielbeschäftigte Landrätin gefragt: Kann ich mit Macht umgehen? Nicht der Versuchung zu erliegen nach unten zu treten, sondern nach oben zu blicken. Es gelte, füreinander einzustehen, Barmherzigkeit zu üben, wo es möglich ist. Nicht Gier und Maßlosigkeit dürften zum Maßstab des Miteinanders werden. Man müsse da sein, wenn jemand in Not ist. Heute kämen die Pfeile nicht mehr aus dem Hinterhalt, sondern von vorne. Es brauche jemanden, der sagt: Ich stehe vor Dir. „Mit Liebe, Achtung und Demut können wir alles erreichen“, rief sie den anwesenden Teilnehmern des Forums zu.

In ihrem sehr lebendigen und persönlich gehaltenen Vortrag in der voll besetzten Altöttinger Basilika schilderte Eberle ihren Lebensweg aus einer kinderreichen Großfamilie, „in der erwartet wurde, dass wir da zu sein hatten, wenn Not am Mann ist“, über ihre „schwerste Zeit“ als Sozialarbeiterin für jugendliche Drogenabhängige, von denen sie viel gelernt habe, bis hin zu ihrem heutigen Engagement für Flüchtlinge. Nach schweren Schicksalsschlägen, unter anderem mehrere Fehlgeburten, riet ihr ein Priester, den Satz „Dein Wille geschehe“ aus dem Vaterunser ernst zu nehmen. Sie fing an, sich für Familien zu engagieren, unter anderem bei einem Kongress, bei dem auch Mutter Teresa aus Kalkutta anwesend war. Durch die Vermittlung von Mutter Teresa konnten sie und ihr Mann schließlich zwei indische Kinder adoptieren.

Als der Krieg in Bosnien ausbrach, fuhr sie kurzentschlossen nach Bosnien an die Front. Dort hatte sie neben dem Treffen mit Mutter Teresa ein „zweites Gotteserlebnis“, wie sie sagte. Sie traf einen jungen Mann ohne Hände und Füße, der nichts mehr tun konnte, nicht einmal sich umbringen, der aber fröhlich war mit seiner Frau und dem Kind. Nun beschloss sie, ihr Leben in den „Dienst Gottes zu stellen“. So entstand die Initiative „Bauern helfen Bauern“, die nicht nur Häuser in Bosnien wieder aufbaute, sondern auch Lastwagen mit Hilfsgütern organisierte. Es gehe „nicht um das Haus“, betont die Politikerin, sondern darum, „Menschen Würde zu geben, den Schlüssel in der Hand zu haben“.

Im Dezember 2014 ging Doraja Eberle in Pension. Im Mai 2015 kamen die ersten Flüchtlinge nach Salzburg. Sie sagt zu ihrem Mann: „Ich gehe jetzt schnell schauen“. Aus dem Schauen wird ein tatkräftiges Engagement in der Flüchtlingshilfe. „Wir sollen geben, bis es uns wehtut“, zitiert sie Mutter Teresa. Die Anwesenden haben verstanden. Tosender Applaus für diese großartige Frau. Und der Aufruf an jeden Einzelnen, ebenso zu handeln.

Eva-Maria Bushart

Auf einen Blick

Termine 2019

Emmanuel Meeting - Extra: 31.07.-01.08.2019

Forum Altötting: 01.-04.08.2019

Volontärszeit in Altötting: 21.07.-09.08.2019

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